Epidemiologische Studien und Outcome-Forschung – Grundlage und Chance für die Verbesserung der Mundgesundheit der Bevölkerung

Epidemiologische Studien und Outcome-Forschung – Grundlage und Chance für die Verbesserung der Mundgesundheit der Bevölkerung: Zahnärzte diskutieren über Versorgungsforschung bei Tagung am 09.05.2015 in Frankfurt/M.

Troisdorf, 6. Mai 2015

Über die Mundgesundheit der deutschen Bevölkerung braucht man nicht zu spekulieren – seit mehreren Jahrzehnten wird sie regelmäßig erfasst mithilfe repräsentativer epidemiologischer Studien, durchgeführt vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), einer von den zahnärztlichen Spitzenorganisationen getragenen Forschungseinrichtung. Ergänzt werden diese Erhebungen durch ebenfalls regelmäßig stattfindende Untersuchungen im Kinder- und Jugendlichen-Bereich im Auftrag der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ). Seitens des IDZ läuft derzeit die 5. Deutsche Mundgesundheits-Studie (DMS V) mit Fokus auf ältere und alte Menschen; eine im Herbst beginnende Erhebung der DAJ wird die Zahn- und Mundsituation von Kindern in vorschulischen Einrichtungen und Schulen erfassen.

Studien dieser Art sind ein wesentlicher Teil der Versorgungsforschung und aus Sicht des zahnärztlichen Berufsverbandes Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ) unverzichtbar, wenn es darum geht, die Entwicklung der Mundgesundheit der Bevölkerung zu verfolgen, Defizite zu erkennen und ggf. Gegenstrategien zu entwickeln.

Jedoch wünscht sich der DAZ zugleich auch mehr Versorgungsforschung – sprich Forschung unter Alltagsbedingungen – zur Überprüfung der Methoden, die Zahnärzte tagtäglich zur Bekämpfung der gängigen Krankheitsbilder in ihrem Fachgebiet einsetzen. Ob in der Füllungstherapie, Endodontie, Prothetik, Kieferorthopädie oder Parodontologie – in allen Bereichen der Zahnheilkunde werden inzwischen unterschiedliche und unterschiedlich aufwändige Verfahren und Materialien zum Einsatz gebracht, deren Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nur unzureichend untersucht sind. Viele neue Methoden, Geräte, Werkstoffe usw. sind hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für die Versorgung der breiten Bevölkerung nicht geprüft und nicht im Vergleich mit verfügbaren Alternativen bewertet. An die Stelle belegter Fakten treten vielfach die Werbeversprechen der Hersteller. Versorgungsforschung könnte zur Klärung der Fragen beitragen, ob die Patienten das brauchen, was sie erhalten, und ob sie die Versorgung erhalten, die sie brauchen.

Bei der Frühjahrstagung der beiden Verbände DAZ und Vereinigung Demokratische Zahnmedizin wird der Leiter des IDZ, Priv.-Doz. Dr. Andreas Rainer Jordan, im Rahmen des Gesundheitspolitischen Vormittags (09.05.2015, 10.00-13.00 Uhr) eine Einführung in Fragestellungen und Methodik der zahnmedizinischen Versorgungsforschung geben und mit den Teilnehmern über aktuelle Forschungsprojekte und weiteren Forschungsbedarf in diesem noch jungen Forschungszweig diskutieren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Nähere Informationen zu der Tagung liefern die DAZ-Geschäftsstelle sowie die DAZ-Website (siehe Links unten).

Dr. Celina Schätze, DAZ-Vorsitzende, celina.schaetze@web.de

Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ)
Kronenstr. 51, 53840 Troisdorf
Tel: 02241/97228-76, Fax: 02241/97228-79
Mail: kontakt@daz-web.de, Internet: www.daz-forum.org

Tagungsflyer: http://daz-forum.org/wp-content/uploads/2015/04/Flyer_DAZ-VDZM-Fruehjahrstagung_09.05.2015.pdf

Zeitschriftenbeitrag von Dr. Jordan: http://daz-forum.org/wp-content/uploads/2015/03/Jordan_Versorgungsforschung_Forum120.pdf