DAZ und VDZM laden ein zum Gesundheitspolitischen Vormittag am 09.05.2015 in Frankfurt/M.:

Versorgungsforschung – Wissenschaft im Spannungsfeld zwischen Patientenorientierung, Qualität und Wirtschaftlichkeit

Troisdorf, 9. April 2015

Die zahnmedizinische Versorgungsforschung ist ein relativ junges, aus DAZ-Sicht ausgesprochen wichtiges Forschungsgebiet. Priv.-Doz. Dr. Andreas Rainer Jordan beschäftigt sich seit Jahren mit entsprechenden Forschungsfragen und ist 2. Vorsitzender des DGZMK-Arbeitskreises Epidemiologie, Pulbic Health und Versorgungsforschung. Seit 2013 leitet er das von KZBV und BZÄK getragene Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), das mit seinen in mehrjährigen Abständen durchgeführten bevölkerungsweiten Deutschen Mundgesundheits-Studien (bisher veröffentlicht: DMS I bis DMS IV) wichtige Grundlagen für die Versorgungsforschung geschaffen hat.

Bei der DAZ-VDZM-Frühjahrstagung am 09. Mai 2015 wird Dr. Jordan im Rahmen des Gesundheitspolitischen Vormittags grundlegende Begriffe darstellen, eine aktuelle Standortbestimmung der zahnmedizinischen Versorgungsforschung liefern und mit den Teilnehmern diskutieren. In einem Beitrag für das FORUM FÜR ZAHNHEILKUNDE charakterisierte er die Aufgabenstellung folgendermaßen:

Versorgungsforschung als Teil der Gesundheitssystemforschung beschreibt, analysiert und interpretiert die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung unter Alltagsbedingungen als fächer- und methodenübergreifendes Forschungsgebiet. Gegenstand der Versorgungsfor-schung ist die sogenannte letzte Meile des Gesundheitssystems, also die Kranken- und Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern, (Zahn-)Arztpraxen und weiteren Gesundheitseinrichtungen. … Das wesentliche Charakteristikum der Versorgungsforschung ist, die Wirksamkeit von gesundheitsrelevanten Produkten und Dienstleistungen unter Alltagsbedingungen zu beschreiben. …  Das Leitziel der Versorgungsforschung beinhaltet, die Gesundheitsversorgung in ein lernendes System zur kontinuierlichen Verbesserung der Patientenorientierung, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu verwandeln. Diese Begriffe könnte man auch als Trias der Versorgungsforschung bezeichnen. Versorgungsforschung hat keine eigenen Methodiken, sondern greift auf Theorien und Methoden der beteiligten Disziplinen, insbesondere der medizinischen Biometrie, der deskriptiven und analytischen Epidemiologie, der medizinischen Informatik, der Sozialwissenschaften, der Pflegewissenschaft, der Psychologie, der Pharmazie und der Ökonomie zurück. Neben quantitativen Forschungsmethoden sind auch qualitative Ansätze relevant. Versorgungsforschung ist also sowohl inhaltlich als auch methodisch ein Querschnittsforschungsbereich, der per se keine neue Wissenschaftsdisziplin an sich darstellt. Vielmehr definiert sie sich aus einer konkreten Fragestellung heraus und kann in diesem Zusammenhang unterschiedliche Blickrichtungen einnehmen und die Versorgung aus Sicht der Nutzer, der Anbieter, der Organisatoren oder der Politik analysieren.”

Wer mehr erfahren möchte, kann sich Dr. Jordans Artikel aus FORUM 120 / September 2014 herunterladen.

Alle Interessierten sind herzlich zu der Tagung am 09.05.2015 eingeladen. Hier finden Sie nähere Informationen zum Programm.