Qualitätsverbesserung hin zu einer bedarfsgerechten Versorgung braucht eine strukturierte „Vorbereitungszeit“

Qualitätsverbesserung hin zu einer bedarfsgerechten Versorgung braucht eine strukturierte „Vorbereitungszeit“: Schafft das die Selbstverwaltung?

Troisdorf, 3. Juni 2013

Am 29.5.2013 veranstaltete die Deutsche Gesellschaft zur Qualitätssicherung in der Zahnmedizin (DGQZ) ein Symposium zum Thema Unter- und Überversorgung. Das Einführungsreferat hielt Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Universität Heidelberg, der ausführlich seine schon häufig vorgebrachte Forderung nach einer Intensivierung der postgradualen Ausbildung im Rahmen der 2-jährigen so genannten Vorbereitungszeit auf die Kassenzulassung erläuterte. Er vertrat die Ansicht, dass viele der von ihm gezeigten Beispiele von inadäquater Versorgung durch mehr Wissen und eine bessere technische Qualifikation der Zahnärzte vermeidbar wären. Diese bessere Ausbildung für alle Zahnärzte sei in dem bisherigen System des zufallsgesteuerten Lernens und Nichtlernens nicht zu gewährleisten. Prof. Staehle forderte die Kammern dazu auf, an Hand eines von ihm vorgestellten Maßnahmenkataloges für eine Strukturierung und Intensivierung dieser Ausbildungszeit zu sorgen.

In der nachfolgenden Podiumsdiskussion zeigte sich bei allen Beteiligten von DGQZ, Gesetzlichen Krankenkassen, Stiftung Gesundheit und dem Deutschen Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ) ein Konsens bzgl. der Forderung nach Verbesserungen in der direkten postgradualen Ausbildungsphase. Uneinigkeit bestand über die möglichen Wege zur Erreichung dieses Zieles. Prof. Staehle hatte in seinem Referat ein Konzept in der Regie von Kammern und Universitäten vorgetragen, was von den Diskutanten des DAZ uneingeschränkt unterstützt wurde. Der Präsident der DGQZ erklärte mehrfach, dass er die Selbstverwaltung für grundsätzlich unfähig halte, qualitätsverbessernde Maßnahmen mit den erforderlichen strukturellen Reformen umzusetzen. Er hält privatwirtschaftlich organisierte Zertifizierungen für den einzig möglichen Weg zu einer Qualitätsverbesserung.

Der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde ruft die Selbstverwaltungen auf, ihre Kraft in der Umsetzung von Qualitätszielen zu beweisen und alles zu tun, um privatwirtschaftliche Zertifizierungskonzepte zurückzudrängen. Dafür könnten vorhandene Strukturen, wie z.B. das Gutachterwesen, besser genutzt werden. Auch eine Zusammenarbeit mit Non-Profit-Modellen zur Qualitätssicherung wie dem Projekt Qualitätssicherung (QSP) des DAZ (www.daz-web.de/qsp/qsp2011.htm) oder dem qube-Projekt der Universität Greifswald (http://qube.uni-greifswald.de) bietet sich an.

Dr. Celina Schätze, DAZ-Vorsitzende

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