Ein Aufruf zum wirtschaftlichen Ungehorsam

Ein Aufruf zum wirtschaftlichen Ungehorsam: DAZ erinnert an Zusammenhang zwischen Therapiefreiheit und Kostenkontrolle

Troisdorf, 12. Juni 2014

Die Firma Sirona hat eine große Initiative unternommen, um die zahnärztliche Behandlungseinheit „M1" zu eliminieren. Die Ersatzteilversorgung wird eingestellt und jeder Zahnarzt, der seine M1 aufgibt, bekommt verführerische Rabatte beim Kauf einer neuen Sirona-Einheit. Die M1 hat sich im Konsumkarussell offenbar als zu nachhaltig und solide erwiesen. Die Zufriedenheit der Kunden mit der M1 verstopft den Markt.

Der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ) e.V., ein zahnärztlicher Berufsverband, hat schon häufig darauf hingewiesen, dass hohe Investitionssummen in das Praxisinventar den Umsatzdruck erhöhen und so die Freiräume für eine am Gesundheitsnutzen der Patienten orientierte Versorgung einschränken. Von der Einrichtungsindustrie fremd gesteuerter Einrichtungsaufwand engt über die zu bedienenden Kosten die ärztliche Entscheidungsfreiheit ein.

Die Abwrackaktion von Sirona ist dem DAZ Anlass, die Kollegen zu kritischem Abstand gegenüber dem Innovations- und Verkaufsrummel der Dentalausstatter anzuregen. Weder die Ausbildungsstätten, noch die Praxen, in denen junge Zahnmediziner ihre Einführungszeit verbringen, sind eine verlässliche Hilfe bei der Erarbeitung eines Ausstattungsprofils für eine zweckmäßige Neueinrichtung, da beide häufig selbst dem Innovationsmarketing der Dentalindustrie erliegen.

Speziell bezogen auf die M1 kann man sicherlich auf die Findigkeit kleiner Betriebe vertrauen, die Ersatzteile aufarbeiten, gebrauchte Einrichtungen anbieten und neue Reparaturmöglichkeiten schon gefunden haben und noch finden werden. Es wäre ein Akt der Selbstbehauptung und Freiraumschaffung, die 'Innovationsinitiative' von Sirona den wirklichen Erfordernissen der eigenen Praxis gegenüberzustellen.

Dr. Celina Schätze, DAZ-Vorsitzende
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Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ)
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