Zahnmedizinische Vorbeugung muss Alle erreichen, von jung bis alt

Zahnmedizinische Vorbeugung muss Alle erreichen, von jung bis alt: Bei DAZ-IUZB-Tagung wurden bisherige Erfolge und künftige Erfordernisse in der Prävention diskutiert und ein neuer Vorstand gewählt

Troisdorf, 27. September 2013

In einem spannenden und lebhaft diskutierten Vortrag zeichnete Prof. Dr. Gerd Glaeske, Pharmazeut und Gesundheitswissenschaftler von der Universität Bremen, bei der DAZ-IUZB-Jahrestagung in Berlin die Entwicklung der Versorgungsforschung und speziell der zahnmedizinischen Versorgungsforschung in den letzten Jahren nach. Erst in jüngerer Zeit sei erkannt worden, dass die Zahnmedizin ein wesentlicher Teil der gesundheitlichen Versorgung ist und dass in diesem Bereich – was nicht für alle Teilbereiche der Medizin gilt – systematisch Prophylaxe betrieben wird. Die bundesweiten Angebote der Gruppenprophylaxe für Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen, die u.a. gerade am 25. September, dem Tag der Zahngesundheit, ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt wurden, haben enorme Verbesserungen der Mundgesundheit bewirkt, und auch in den übrigen Altersgruppen konnten die Zahl eigener Zähne und das mundgesundheitliche Niveau insgesamt angehoben werden. Dennoch bleiben große Herausforderungen: sei es die Milchzahnkaries in Familien mit Migrationshintergrund oder sozialen Problemen – seien es die schnell voranschreitenden oralen Erkrankungen bei alten hilfs- und pflegebedürftigen Menschen. Während therapiebezogene Forschung, fokussiert auf den einzelnen Kranken, das Bild beherrscht, gilt es, die Versorgungsforschung zu verstärken. Sie versucht, mit entsprechenden Studien diejenigen Rahmenbedingungen und (zahn)medizinischen Interventionen zu identifizieren, die – mit möglichst einfachen Mitteln – zu nachhaltigen gesundheitlichen Verbesserungen bevölkerungsweit führen. Hier ist noch viel zu tun, und hier sind auch Konflikte zu erwarten mit denjenigen, die aus Prävention bzw. dem, was sie so bezeichnen, in erster Linie ein lukratives Geschäft zu machen beabsichtigen.

Auch über die o.a. Tagung hinaus beschäftigt sich der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ) e.V. mit dieser Thematik und wird in Kürze weitere Informationen zu dem Vortrag von Prof. Glaeske und zum Thema Prävention und Versorgungsforschung veröffentlichen – u.a. in seiner Zeitschrift „Forum für Zahnheilkunde", die Interessierte gern anfordern können.

Im internen Teil der Tagung stand für den DAZ die turnusgemäße Neuwahl des Vorstandes auf dem Programm. Die Mitglieder votierten für Kontinuität und zugleich für eine gewisse Verjüngung. Die DAZ-Vorsitzende Dr. Celina Schätze und ihre Stellvertreter Dr. Peter Nachtweh und Winnetou Kampmann, alle drei aus Berlin, wurden einstimmig für zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Hinzu kam als weiterer Stellvertreter Dr. Gunnar Frahn aus Berlin, während zwei ältere DAZ-Kollegen, Dr. Kai Müller aus Seefeld/Obb. und Dr. Manfred Hillmer aus Schenefeld bei Hamburg, nicht wieder kandidierten. Wie der wiedergewählte Kassenwart Steffen Schmidt aus Leipzig sind alle Mitglieder des Vorstandes niedergelassene Zahnärzte. Der DAZ will sich weiterhin für eine sozialverpflichtete, präventionsorientierte Zahnheilkunde und eine streng am Gesundheitsnutzen orientierte Behandlungsweise einsetzen und wie in den letzten Jahren den Austausch und die Kooperation mit anderen im Gesundheitswesen engagierten Verbänden und Institutionen suchen.

Dr. Celina Schätze, DAZ-Vorsitzende – celina.schaetze@web.de

Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ)
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